Epic in Europa: Eine neue Ära im Gesundheitswesen – oder ein riskanter Systemwechsel?

Die Entscheidung der Charité – Universitätsmedizin Berlin, das US-amerikanische Krankenhausinformationssystem Epic einzuführen, hat eine intensive Debatte in Deutschland ausgelöst – dem größten Gesundheitsmarkt Europas. Mit einer erwarteten Investition von rund 250 Millionen Euro über zehn Jahre wird der Schritt von einigen als starkes Signal für den Willen zur digitalen Innovation begrüßt. Gleichzeitig wirft er grundlegende Fragen zur digitalen Souveränität, zur Daten-Governance und zur zukünftigen digitalen Infrastruktur von Gesundheitssystemen auf.

Doch jenseits von geopolitischen und technologischen Fragen tritt ein tiefergehendes Thema in den Vordergrund: Wie können Krankenhäuser tatsächlich Wert aus klinischen Daten generieren?

In einem neuen Background Paper geht Claudia Dirks dieser Frage nach – im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs mit Prof. Dr. Katrin Hoffmann, ehemalige Chief Medical Officer des Luzerner Kantonsspitals und eine der erfahrensten europäischen Stimmen bei Epic-Implementierungen.

Auf Grundlage praktischer Implementierungserfahrungen beleuchtet das Papier:

  • was Epic für die klinische Praxis in Europa verändern könnte
  • warum integrierte digitale Plattformen zunehmend zur strategischen Infrastruktur für Krankenhäuser werden
  • die Spannungsfelder zwischen Innovation, Souveränität und Abhängigkeit
  • und was letztlich darüber entscheidet, ob groß angelegte digitale Systeme tatsächlich Mehrwert im Gesundheitswesen schaffen

In einer Zeit, in der viele europäische Krankenhäuser ihre digitalen Kernsysteme neu bewerten, bietet diese Diskussion eine seltene Innenperspektive auf Chancen und Risiken des Epic-Modells.